Landverkauf Pfingstweidstrasse: Chance verpasst

Mit Enttäuschung hat das Referendumskomitee „Hardturmpark so nicht“ vom Ja zum Landverkauf an der Pfingstweidstrasse Kenntnis genommen. Damit ist eine Chance verpasst worden, korrigierend auf die spekulative bauliche Entwicklung in Zürich West Einfluss zu nehmen. Die ReferendumsmacherInnen werden weiterhin dafür kämpfen, dass die Stadt keine Landgeschäfte mit Privaten ohne Gegenleistungen eingeht und dass bei Neuplanungen Mindestanteile für den gemeinnützigen Wohnungsbau gesichert werden.

.pdf Stellungnahme des Referendumskomitees (PDF) (20 KB)

.pdf Abstimmungsergebnisse (PDF) (20 KB)

Am 26. September:
Landverkauf an der Pfingstweidstrasse NEIN

Für ein lebendiges Wohnquartier in Zürich-West

Worum geht es? Die Stadt Zürich will 3136 Quadratmeter Bauland auf dem Hardturmareal (ehemalige Trainingsplätze von GC) an die Grundeigentümer Hardturm AG (Albers-Gruppe) und Prospera (Halter Immobilien) verkaufen. Das Landgeschäft dient nur den Investoren. AL, Grüne und IG Hardturmquartier haben dagegen das Referendum ergriffen. Sie werden unterstützt vom Stadtzürcher Mieterinnen- und Mieterverband. Die SP – die im Rat die Vorlage noch unterstützt hatte - hat Stimmfreigabe beschlossen.

Landverkauf zu Spottpreis. Die Stadt verkauft ihr Land an der Pfingstweidstrasse zu 1‘400 Franken pro Quadratmeter. Das liegt deutlich unter dem Marktwert. Ohne das städtische Land können Albers und Halter ihre geplante Gross-Überbauung nicht realisieren, doch die Stadt erhält für das eingebrachte Land nur lächerliche 12% der anteiligen Bausumme. Zum Vergleich: den – nicht kommerziellen - Baugenossenschaften verrechnet die Stadt bei Baurechten Landkosten von 17 – 20%!

Luxuslogen auf städtischem Land. 2001 wurde nach einer Referendumsdrohung von Mieterverband, AL und Grünen der Wohnanteil auf dem Areal von 20 % auf 30 % erhöht. Jetzt wollen die Investoren Albers und Halter statt zahlbarer Wohnungen für 500 Mio Franken ein reines Renditeprojekt hinklotzen, mit zwei Hotels, Luxus- und Business-Appartements und einem superteurem 80m-Hochhaus, das zu einem Drittel auf die städtische Parzelle zu liegen kommt.

Parlament und Stimmvolk ausgetrickst. Den Gestaltungsplan (2005) und drei Landverkäufe (2008) hat der Stadtrat im Alleingang beschlossen. Erst ganz zum Schluss hat er den Landverkauf an der Pfingstweidstrasse – ohne den die ganze Überbauung nicht realisiert werden kann - dem Gemeinderat vorgelegt.

Quartier übergangen. Vor kurzem versprach der Stadtrat den Bewohnerinnen und Bewohnern von Zürich-West hoch und heilig für die Zukunft Mitsprache bei der Entwicklung eines bevölkerungsfreundlichen Hardturmquartiers. Nach wie vor gibt es kein Schulhaus mit Turnhalle, kein Quartierzentrum und keine Bibliothek. Hier wäre der ideale Standort dafür.

NEIN für einen Marschhalt. Nach zehn Jahren Mauschelei mit den Grundeigentümern braucht es einen Marschhalt – und eine offene Planung, bei der die BewohnerInnen das Wort bekommen.

P.S. Spenden sind nötig und mehr als willkommen (siehe rechts).

.pdf Referate Medienkonferenz vom 2. September 2010 (592 KB)